Antiaggressionstraining in der Anti-Gewalt-Trainer Ausbildung.

Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.“  Sigmund Freud

Menschen, die keine Straftat begangen haben, entscheiden sich präventiv zur Teilnahme an einem Antiaggressionstraining. In den letzten Jahren hatten wir häufig Teilnehmende, die die Anti-Gewalt-Trainer Fortbildung erfolgreich als Antiaggressionstraining genutzt haben. Die Arbeit in der Lerngruppe, eventuell in Kombination mit zusätzlichen Personal-Coachings, führte durchweg zu nachhaltigen Veränderungsprozessen, mit dem Ergebnis, eigenverantwortlicher und wertschätzender mit sich selbst und anderen in Verbindung zu kommen.

Von der Methode zur Haltung im Antiaggressionstraining.

„Ich war nicht wütend, als ich zuschlug. Ich wollte nur meine Ruhe haben.“ (Zitat eines 16-Jährigen)

„Nachhaltige Erfolge in der Antigewaltpraxis und im Antiaggressionstraining bedürfen Erweiterungen des herkömmlichen Lehr- und Lernfeldes.“ (Zitat Achim Rackel)

Die Anti-Gewalt-Trainer bei ARA-COACHINGS wissen: Nicht die unterdrückte Wut führt aus der Gewalttätigkeit (siehe Zitat oben), sondern eine werteorientierte Persönlichkeitsentwicklung. Dazu gehören u.a. Fürsorglichkeit, Achtsamkeit, gelingende Kommunikation und Empathie-Vermögen (Resonanz) als Schlüsselqualifikationen auf dem Weg zu mehr Mitgefühl.

Unter Antiaggressionstraining verstehen wir in der Regel eine Maßnahme, bei dem sich der Betroffene mit hilfreichen Methoden Strategien erarbeitet, sodass er nachhaltig mit seinen Aggressionen umzugehen versteht.

Nicht alle methodischen Ansätze führen zu erwünschten Ergebnissen. Die provokative Methode mit dem „heißen Stuhl“ ist sicherlich ein Ansatz im Umgang mit Aggressivität. Diese alleinig angewendet führt allerdings nicht zu nachhaltigen Ergebnissen.

Warum Aggressionen nicht generell schlecht sind.

Aggressionen basieren auf unangenehmen Gefühlen, die durch unerfüllte Bedürfnisse entstehen. Unangenehme Gefühle lösen bei uns und anderen Schmerzen aus, welche sich in den Schmerzzentren unseres Gehirns nachweisen lassen. Bei großer innerer Not zeigen wir uns dann von unserer Schattenseite, die sich bis in eine gewisse emotionale Hochladung entwickeln kann. Unser Körper sendet dann in diesen Notsituationen drastische Signale aus, welche sich im Gesicht, in der Körperhaltung, Stimme und im Verhalten zeigen. Problematisch wird es, wenn sich die Aggressionen aufstauen und sich irgendwann in unkontrollierten Handlungen entladen.

Aggressionen sind jedoch nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Aggressionen beinhalten auch eine sehr lebenswichtige Komponente, die eine Art von Selbstschutz bezweckt. Spätestens wenn es um unsere körperliche Unversehrtheit geht werden wir rabiat. Wenn wir dann nicht zu menschenfreundlichen Kooperations- und Kommunikationsmitteln zurückfinden, um intervenieren zu können, enden Aggressionen in Formen von Gewalt. Wir wissen, dass Gefühle immer etwas mit körperlichen Zuständen zu tun haben. Das erklärt, warum Menschen auch Worte als Angriff auf ihre Souveränität empfinden können (siehe obiges Zitat eines 16-Jährigen).

Adressaten einer aggressiven Äußerung können deeskalierend agieren, wenn ihnen bewusst ist, dass sich hinter der Aggression und den starken Gefühlen elementare, unerfüllte Bedürfnisse verbergen, die beim Sender im Mangel sind. Die Erkenntnis, dass die Erfüllung der Bedürfnisse über den Weg der Aggression durchgesetzt werden soll, setzt beim Empfänger eine innere Haltung des Wohlwollens voraus.

Ein Antiaggressionstraining bei ARA-COACHINGS hilft in solchen Fällen. In dem Training lernt der Teilnehmer, im geschützten Rahmen der Gruppe, nützliche Strategien und eine innere Haltung zu entwickeln, um Aggressionen abzubauen bevor es zu unkontrollierten Wutausbrüchen, Ausrastern oder gar straffälligem Verhalten kommt. Hier werden Aggressionen nicht etwa unterdrückt, sondern durch körperliche, mentale und verbale Aktivitäten abgebaut.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr aggressives Verhalten zu häufig auftritt und Sie in Ihrem Lebensalltag einschränkt oder Sie sich in Ihrer Haut nicht mehr wohlfühlen, dann sind das Signale, die für ein Training sprechen.

Inhaltliche Eckpfeiler des Antiaggressionstrainings.

Ein Antiaggressionstraining in der Antigewalttrainer Ausbildung beinhaltet Einzel-, Paar- und Gruppenübungen, mit denen sich die Teilnehmer einen kontrollierten Umgang mit Aggressionen erarbeiten können.

  1. Mentaltrainings zur Entspannung:

Mit diesen Übungen erlernen Sie grundsätzlich besser mit Ihrem Stress umzugehen, Anspannungen im Körper frühzeitig zu erkennen und zu lindern. Achtsamer Umgang mit sich selbst hilft zur Impulskontrolle. Wir bedienen uns in allen unseren Seminaren der wissenschaftlich belegten Methode des MBSR (Mindful Based Stress Reduction) nach Professor Jon Kabat-Zinn.

  1. Gewaltfreie Kommunikation nach Dr. Marshall B. Rosenberg:

Situationen mit Aggressionspotential entstehen durch Probleme in der verbalen und non-verbalen Kommunikation. Einfache, alltägliche Gespräche können leicht zu hitzigen Diskussionen und Konflikten führen. Daher ist das Erlernen von wertschätzender Kommunikation mit unseren Mitmenschen ein essentieller Bestandteil im Antiaggressionstraining. Das Arbeiten mit Ihren Kommunikationsfähigkeiten in einer vertrauten Gruppe und bei Bedarf begleitend in Einzelcoachings ermöglichen Ihnen nachhaltige Erfolge  im Umgang mit Aggressionen.

  1. Aggressionsabbau durch Sport: antiaggressionstraining

Kampfsport- und Kampfkunstarten, die auf Zweikampf ausgelegt sind, empfehlen wir grundsätzlich nicht. Sandsackboxen fördert z.B. eine stellvertretende Brachialaggression. Diese KEs (kurzzeitigen Erleichterungen) regen insbesondere die Kampflust an. Kampflustveranlagte Menschen sind wissenschaftlich belegt nicht zu de-eskalieren.

Beruhigende Effekte haben eher Sportarten wie: Schwimmen, Joggen, Tanzen oder Yoga (ist ein fester Bestandteil des MBSR).

  1. Gemeinsamkeiten in Gruppe:

Nachhaltige Erfolge im Antiaggressionstraining lassen sich vorzugsweise in Gruppen erarbeiten.  Im kooperativen Spiel und im gemeinsamen Lernen in der Gruppe erreichen Sie im Antiaggressionstraining die zählbaren Ergebnisse. Akzeptieren können, Vertrauen haben, Geduld, loslassen können, neue Sichtweisen entwickeln u.a. sind wesentliche Voraussetzungen zu einer Veränderung, wozu die Gruppe dienlich sein kann.

  1. Provokationen erleben und mit umgehen:

In einem Antiaggressionstraining lernen sie, wie Sie mit Provokation umgehen können. Hierzu gebrauchen wir Rollenspielsettings, in denen Sie Ihre eigene Konfliktproblematik einbringen können oder mit Vorgaben arbeiten. Die Rollenspieltechnik ist kein „Theaterspektakel“,  sondern baut auf die Erkenntnisse des Psychodramas nach Jakob Levy Moreno auf, der auch den „heißen Stuhl“ entwickelt hat. So können Sie Ergebnisse auf der eigenen Erfahrungsebene erzielen, welche wiederum zu nachhaltigen Erkenntnissen und Verhalten führen.

  1. Verstehen Sie ihre eigenen Aggressionen?:

Wussten Sie, dass es sieben unterschiedliche Aggressionsformen gibt? Ein Aggressionstraining vermittelt neben den praktischen Erfahrungen und Erkenntnissen auch theoretisches Wissen zu Gewalt, Aggressionen, Aggressionsformen und zu den notwendigen inneren Haltungen für Prävention und De-eskalation. Das Ziel ist, die eigenen Aggressionen zu verstehen und ausgereifte Lösungen zu finden.

Antiaggressionstraining als berufliche Fortbildung. 

Erhöhen Sie nicht nur Ihre eigenen Kompetenzen im Umgang mit Aggressionen, sondern nutzen Sie das Antiaggressionstraining gleichzeitig dazu, um sich beruflich zu qualifizieren. Steigern Sie Ihren „Marktwert“ als verantwortlicher Mitarbeiter, egal aus welchem Arbeitsmetier sie stammen und werden Sie zertifizierter Antigewalttrainer, Deeskalationscoach und Konfliktmanager.

Anmeldeschluss für den nächsten Schulungsgang ist der 18. April 2019.

Die Ausbildung beginnt am 18. Mai 2019.

Mehr zu der Ausbildung erfahren Sie hier.

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