Brücken bauen für Vertrauen in Gemeinschaft

Brücken bauen heißt Verbindungen schaffen. Verbindungen für Vertrauen in die Gemeinschaft und Veränderung. Dies impliziert auch Vertrauen in die Vielfältigkeit eines jeden Einzelnen zu haben.

Es fällt uns leicht Makel und Fehler bei anderen zu sehen. Schnell werden wir zu sogenannten „Hobby- und Winkelpsychologen“. Wir verteilen großzügig  gute Ratschläge und Tipps und wollen den anderen ändern.

Ein Brückenschlag schafft eine Verbindung. Er überwindet Gräben, Meere, Flüsse und bringt uns zusammen. Er schafft Nähe, nicht nur räumlich, auch emotional. Doch bevor die Brücke geschlagen werden kann, braucht es einen Sockel, ein Fundament. Und zwar auf beiden Seiten, dies- und jenseits des Grabens, den es zu überwinden gilt. Doch das Fundament an jedem Ufer muss selbst gegossen werden. Dies beginnt schon in früher Kindheit und gelingt dort noch leicht. Spielend werden Brücken gebaut und beschritten.

Den mit der Zeit einsetzenden „Gewohnheitsfraß“, der unser „Muster-Fundament“ zersetzt, mögen wir nicht wahrhaben, oft bis die Brücke zu wackeln beginnt und ihre Trag- und Verbindungsfähigkeit verliert. Wieso wir Angst davor haben, unsere aus Gewohnheiten bestehende Basis frühzeitig anzutasten und zu stabilisieren, lässt sich kaum verstehen.

Scheint es uns als ein zu großes Unterfangen? Passt es nicht in unser Selbstbild, unser Potenzial bestenfalls nur andeutungsweise zur Entfaltung gebracht zu haben, zu nutzen und auszubauen?

Hier ein Zitat von Viktor E. Frankl:

„Seither wissen wir (gemeint sind die Beweise von dem Neurologen Otto Pötzl zur Nutzung der Neuronen), dass der durchschnittliche Mensch – auch von heute – mit der „Mitgift“ an Ganglienzellen (14 Milliarden Nervenknoten), die ihm die Natur mitgibt, dass er mit diesem seinem „Talent“ zu wenig „wuchert“.  

Unsere Vision

„Wer vom Ziel nichts weiß, wird den Weg nicht finden.“ (Christian Morgenstern)

Eine Vision beginnt mit einem Blick über den Tellerrand, nämlich damit unser „Talent“ zu sichten und es „wuchern“ zu lassen. Das bedeutet eine Vision von Gemeinschaft, von gemeinsamen leben und arbeiten, vom Sinn und Ziel des Miteinanders zu bekommen. Wer sich ausschließlich dem Tagesgeschäft stellt, inspiriert nicht und schafft keine wesentliche Veränderungen. Um etwas in dieser Welt in Bewegung zu bringen, bedarf es einer Vision. Bewegende Gemeinschaftskulturen, egal ob es sich um Unternehmens-, Familien- oder Vereinskulturen handelt, verbindet eine Vision. Diese leistet einen entscheidenden Beitrag zur Vermenschlichung dieser Welt. Eine Vision ist geprägt von ethischen und spirituellen Werten, die zu entsprechendem Handeln und florierenden Ergebnissen führen, insbesondere in der Arbeitswelt. Selbstverständlich braucht es dazu Leitbilder und Verantwortliche, die Visionen in der Gesellschaft erwecken. Wenn Sie sich als Verantwortlicher fühlen, dann können Sie sich folgende Fragen stellen:

Ist das, was ich tue, …

  • der Menschheit zuträglich?
  • Nimmt mein Tun Anteil an das Gefühls- und Bedürfnisleben?
  • Ist es mutig? Hat es Harmonie?
  • Respektiert es gleichermaßen weibliche und männliche Ressourcen?
  • Würdigt es die Dinge, wie sie sind?
  • Geht von meinem Tun positive Energie aus?
  • Ermutige ich zu mehr Liebe, Frieden oder zu Angst
  • Inspiriere ich zu mehr Freude oder zu Feindseligkeit und Konkurrenz?
  • Kann ich gewinnen, ohne dass ein anderer dabei verliert? Kann ich win-win-Situationen schaffen? uvm.

Sich solche Fragen zu stellen, wird richtungsweisend für eine humanitäre, gesellschaftliche Zukunft und bedarf auf etlichen Ebenen ein Umdenken, eine Kunst, ein Tun das Spaß macht.