Wie finde ich einen geeigneten Ausbilder oder Coach?

Als ich meine Ausbildung zum zertifizierten Antigewalttrainer machen wollte, gab es ein unüberschaubares Angebot an Weiterbildungsinstituten, Vereinen und Gesellschaften; leider sagten mir all diese Angebote nicht zu. Mein Herz und mein innerer Impulsgeber, denen ich im Laufe meiner beruflichen Entwicklung gelernt hatte Vertrauen schenken, blieben unberührt. Das „gewisse Etwas“ hatten alle diese Angebote nicht!

In die Zukunft investieren will gelernt sein.

Die passende Ausbildung zu finden gestaltet sich also schwierig. Ich wollte mich ja nicht von Theoretikern  belehren lassen. Nein, ich wollte jemanden mit Spaß und Herzblut, aber auch keinen Trainer „Guru-Banana“, der Motivationswellen durch künstliche Gefühle erzeugte. Diese Art von Motivations-Machern kannte ich von einem meiner früheren Lehrer. Ich mag diese gespielten Animationen nicht, die schnell verpuffen, weil sie lebensfremd sind.

In einem Wochenblatt las ich dann ein Inserat eines wohl erfolgreichen Antigewalttrainers. Er schrieb darüber, wie er sein Leben ganzheitlich von innen nach außen verändert hatte. Seinen eigenen Ausbilder nannte er dabei nicht. Sein Ausbildungsangebot schien die wesentlichen Themen zu umfassen, die mich damals interessierten. Ich nahm mir nicht mehr viel Zeit für weitere Vergleiche und sagte mir: „Folge deinen Instinkten, deinem Bauchgefühl“,  obwohl sich bei mir doch gewisse Unsicherheiten zeigten. Da ich schon einige Jahre intensive praktische Erfahrungen gesammelt hatte, u.a. drei Jahre als Streetworker bei einem Jugendamt sowie viele Jahre berufliche Erfahrungen in sozialen Brennpunkten, war ich mir relativ sicher, dass die Ausbildung nützlich sein würde. Was sollte schon schief gehen? Da vor Ausbildungsbeginn keine Möglichkeit mehr bestand, an einer Infoveranstaltung teilzunehmen, telefonierte ich mit dem Trainer in spe. So bekam ich einen kleinen persönlichen Eindruck von der Person und er machte mir auch noch ein preisliches Ermäßigungsangebot. Ich meldete mich also an, in zwei Wochen sollte es nun losgehen. Je näher der Tag rückte, desto mehr Freude kam in mir auf.

Das erste Wochenende bei der Ausbildung.

Diese Ausbildung zum Antigewalttrainer sollte meine praktischen Erfahrungen festigen und mir Aufschluss darüber geben, was mich in meiner beruflichen Praxis so erfolgreich werden ließ. Meine Neugierde war groß, ohne übertriebene Erwartungen zu hegen. Erwartungen hatte ich mir schon länger, soweit es ging, abgewöhnt. In Er-wartung steckt das Wort „warten“ und das behagt mir nicht. Dennoch hatte ich Ansprüche und zumindest einer schien sich zu erfüllen: der Trainer schien vollkommen nicht-akademisch zu dozieren. Es gab keinen Druck, kein Leistungsstreben in der kleinen Gruppe der Teilnehmerschaft. Während und nach den Übungen gab es keine Bewertungen.

Der weitere Verlauf der Ausbildung.

Nachdem die üblichen Gruppenprozesse (Paarbildung, Führungsansprüche, wer sitzt am nächsten beim Trainer etc.) durchlaufen waren, schien sich die Gruppe zu festigen und es entwickelte sich ein natürliches Rollenverhalten unter den Teilnehmer*innen. Allerdings wurden wiederholt Einzelne gezielt vom Trainer angesprochen und beiseite genommen und es fanden kurze Gespräche unter vier Augen statt. Was sollte diese Selektion? Für die Gruppenentwicklung erwies sich das Verhalten eher kontraproduktiv. Mein Bauchgefühl meldete sich und kündete Unbehagen an. Nach dieser Erfahrung am zweiten Wochenende fragte ich mich schon, ob meine Entscheidung richtig war. Wir waren eine kleine Gruppe und aus dieser kleinen Gruppe noch bestimmte Personen auszuwählen, kam mir etwas suspekt vor. Schnell stellte sich heraus, was der Inhalt der Vieraugengespräche war: Der Seminarleiter bot einigen Teilnehmenden Einzelcoachings an, die sie zusätzlich bezahlen sollten, obwohl die Fortbildung eine Supervision von Seiten des Trainers beinhaltete.

So entstanden im Verlauf der gesamten Jahresausbildung immer mehr blockierende Energiefelder der Abneigung bei mir, wie es klassischerweise auch im Schul- und Berufsleben vorkommt. Auch die schriftliche Abschlussprüfung stellte sich quälend heraus, weil ausschließlich Mengen von Auswendiggelerntem abgefragt wurden. Ich kam mir wie in die Regelschule zurückversetzt vor. Teilnehmer*innen, die u.a. aus einschlägigen Bildungsberufen wie Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen etc., stammten, hatten sich mit „Spickzettelstrategien“ für diese Prüfung vorbereitet.

Weitere der folgenden Wochenenden begannen mit langanhaltenden Einzelberatungen für meist ein bis zwei Teilnehmer*innen im Beisein der gesamten Gruppe. Mich frustrierte das zunehmend, sodass ich meiner Enttäuschung Ausdruck verlieh, indem ich nach dem Sinn und vor allem nach der Agenda des Tages fragte. In den Pausen wurde ich oft von einzelnen Teilnehmer*innen gefragt, was mir denn nicht passen würde? Sie hatten offensichtlich ihren „Guru“ gefunden und standen voll hinter seinen Methoden. Mit der Zeit entwickelte sich bei einem Grüppchen von Teilnehmer*innen ein regelrechter Personenkult, sodass sie speziell eine „Manfred-Gruppe“ * gründen wollten. Somit war dem Trainer eine Art von Charisma sicher und zugeschrieben. * Der Name des Trainers wurde geändert

Mich hingegen hätte gelebte Authentizität hätte mehr beeindruckt, anstatt gekünstelte Geschichten über Krisen zu hören, die mich stark an Groschenromanen erinnerten; ich persönlich konnte nichts davon auf mein Privat- oder Berufsleben übertragen. Dabei wollte ich doch etwas für mein Leben und meine Professionalität lernen und möglichst meine spirituelle Ebene erweitern. Nun hatte ich einen „Lehrer“ vor mir, der offenbar selbst nicht umsetzte, wovon er im Seminar redete. Spiritualität und Sachlichkeit, halte ich für wichtig, um mich weiter zu entwickeln und mein Leben zu bereichern. Beides hatte ich bislang bei allen meinen Lehrern erleben können. Schürte ich unerfüllbare Erwartungen? Wie war mein Bauchgefühl? Ich konnte damals nur schwer damit umgehen und fühlte mich hilflos. Was ich erfuhr war unerwartet und ich erinnerte mich an den Kinofilm „Forrest Gump“, in der Hauptrolle mit Tom Hanks, in dem es doch hieß:

„Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt.“

Hatte mich doch mein anfängliches, unsicheres Bauchgefühl nicht getäuscht. An der augenblicklichen, ärgerlichen Situation war nichts zu ändern, sonst hätte ich sie geändert und bräuchte mich nicht zu ärgern. Mir blieb nun Eins, diese Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Mit der Einsicht, dass ich nichts an den Gegebenheiten ändern konnte, blieb mir mein Ärger zunächst erspart. Anm.: Mit der Aneignung und Praxis der Gewaltfreien Kommunikation, fand ich im weiteren Verlauf meiner Fortbildungen eine Methode, die mir hilfreich ist, solche Situationen achtsam und pro-aktiv anzugehen.

Nach der Zertifizierung und dem Abschluss der Fortbildung entstand aus dieser Erfahrung ein Leitsatz und ein Motiv zur Gründung von ARA-COACHINGS: „Embrace the unexpected“, zu Deutsch „Umarme das Unerwartete“, denn das hatte ich getan.*
*Anm.: Dieses Motiv ist im Übrigen ein wesentlicher und achtsamer Ansatz zum Thema „Deeskalation“ bei ARA-COACHINGS geworden.  

Das Leben ist in ständiger Entwicklung und manchmal ist es wie eine Pralinenschachtel.

Ein weiterer auf mich wirkender Glaubenssatz ist:

„Bringt das Leben dir Zitronen, so mache Limonade draus“.

So erging es mir schon häufig in meinem Leben und in diesem Sinne veränderte sich nach dieser Ausbildung wiederum mein Leben. Ich nahm inhaltliche Impulse mit, ich eignete mir autodidaktisch und in Gruppen zusätzliches Wissen und Können an, wurde zum Selbst-Coach und führte hauptberuflich und ehrenamtlich Trainings und Coachings durch. Die Erfahrung aus der Antigewalttrainer-Ausbildung hatte mich selbstbewusster gemacht. Ich wurde mir klarer darüber, was ich noch alles erreichen und lernen wollte, aber auch, über welche Fähigkeiten ich bereits verfügte. Glücklicherweise machte ich anschließend noch zahlreiche Erfahrungen mit anderen Trainern und Dozenten, deren Namen ich sehr gerne nenne und denen ich heute noch von ganzen Herzen meine Dankbarkeit ausspreche.

Mit der Gründung des Bildungsunternehmens ARA-COACHINGS entwickelte ich ein eigenes inhaltliches, didaktisches und methodisches Gewaltfrei-Konzept, das sich bis heute in ständiger Performance und Erneuerung befindet. Die zahlreichen Ausbildungen und Seminare, die ich gebe, werden von meinen Teilnehmer*innen dankend angenommen und das Gelernte in die Praxis transferiert.

Was ich mit diesem Beispiel mitteilen möchte.

  1. Multiplikatoren-Fortbildungen und Aus- und Weiterbildungen sind für alle berufstätigen Menschen im Grunde unabdingbar. Für Unternehmen, Schulen und Organisationen, die Fortschritte wünschen, sind sie Pflichtprogramm. Ein fähiger Coach und Trainer kann Menschen in ihrer privaten und beruflichen Persönlichkeitsentwicklung unterstützend voran bringen, Krisen in Unternehmen verhindern, das Betriebsklima harmonisieren und als neutrales Bindeglied zwischen Vorgesetzten und Angestellten oder Privatpersonen fungieren. Dadurch können langfristig die Gesundheit geschont und so immense Kosten eingespart werden.
  1. Wenn Sie gerade nach einer Aus- oder Weiterbildung suchen, vertrauen Sie dabei immer Ihrem eigenen Gefühl, nicht dem Gefühl oder den Zwängen Ihrer Umwelt. Hilfreich ist dabei ein persönliches Kennenlernen, z.B. bei einer Infoveranstaltung oder in einem persönlichen Gespräch. Nicht ausschließlich fachliches Können, sondern auch die spirituelle Ausstrahlung und Lebenserfahrung eines Trainers oder Coaches mag zusätzlich wichtige Impulse auf Sie aussenden.
  1. Sie stehen kurz davor, sich für eine Aus- oder Weiterbildung zu entscheiden? Prüfen Sie, ob Sie sich wirklich gut mit Ihrer Entscheidung fühlen, welche intrinsische Motivation bewegt Sie? Lassen Sie sich nicht ausschließlich durch extrinsische Motivation zu einer perfekten Karriereführung manipulieren.
  1. Viele offen angebotene Weiterbildungen qualifizieren sich nach außen auch dadurch, dass sie als Bildungsangebot staatlich gefördert werden oder dass sie von der Umsatzsteuer befreit sind. Fragen Sie beim Anbieter nach.
  1. Fort- und Weiterbildungen im Allgemeinen sind eine lohnenswerte Investition in die Zukunft und Ihre persönliche Entwicklung. Jede Fortbildung sorgt für mehr Klarheit in Ihrem eigenen Leben.
  1. Eine Fortbildung ist nie wirklich beendet. Das wirkliche Gefühl für das Erlernte entfaltet sich oft erst nach längeren Zeiträumen vollständig (die Künste des Autofahrens entwickeln sich auch erst nach der Fahrschule). Außerdem bietet uns das Leben immer wieder neue Herausforderungen an, anhand derer wir lernen können, vieles anders zu machen und anders zu verstehen als bisher, woraus sich dann neue Entscheidungen und Wege entwickeln können.

 

Gewaltfreie Kommunikation – Ein Weg zu mehr Empathie — Das Gewaltfreie E-Book

Dieses Buch ist für Sie und lädt Sie auf eine Reise in eine gewaltfreie Kommunikation ein.

Das E-Book ist an einem Wochenende entstanden, an dem sich 12 Menschen in einem gemütlichen Tagungshaus, jenseits der Zivilisation, getroffen und gemeinsam ein Buch über die Gewaltfreie Kommunikation geschrieben haben. Das Wochenende verging sehr schnell. Es wurde geschrieben und geschrieben und entstanden ist ein Buch, das uns – den zwölf Menschen aus dem Haus – aus dem Herzen spricht.

Das Buch ist veröffentlicht unter CC-Lizenz und es darf kostenlos kopiert und verschenkt werden. Das schönste Geschenk an mich ist, wenn Sie das Buch weiterschenken und mir Feedback geben was Sie vermissen.

Alle beteiligten Autoren wünschen sich, dass Sie – lieber Leser/liebe Leserin – für sich einen Mehrwert aus unseren Impulsen ziehen können. Wir wünschen uns, Sie mit unseren Ideen für Ihren kommunikativen Alltag inspiriert zu haben. Wir wünschen uns, dass wir Ihnen das geben konnten, was uns die Gewaltfreie Kommunikation geschenkt hat. Ein friedvolles Miteinander, den Mut zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen und ein Mensch zu sein, der sich traut seine Gefühle zu fühlen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Schmökern!

Es wird -in unregelmäßigen Abständen- neue erweiterte Versionen des E-Books geben. Wenn Sie gern darüber (und über weitere Neuigkeiten) informiert werden möchten, dann tragen Sie sich bitte in unseren Newsletter ein.

Hier eine erste Reaktion von einem meiner Kunden zu dem brandneuen, kostenlosen Gewaltfreie Kommunikation – E-Book.

Hallo Achim, ich habe den Wunsch, dir mal ein Feedback zu dem Buch zu geben.

Ich habe es mit Freude gelesen. Und schaue immer wieder mal einzelne Kapitel an. Besonders gefallen haben mir die Beispiele und Übungen. Meine Klarheit und Überzeugung bezüglich der GFK hat es vertieft. Ich habe es zahlreich weitergegeben.

 

Anregungen für ergänzende Themen habe ich auch: Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit in der GFK

Herzliche Grüße,

Ingmar M.

 

Zum Download kommen Sie HIER

Zertifizierungen zum Lehrtrainer für Anti-Gewalt-Trainer 2016-I

Trainer*innen aus der „Train the Trainer“ -Ausbildung nach der Zertifizierung zum Antigewalt-Trainer, Deeskalations-Coach und Konfliktmanager 2016-I

„Es begeistert mich immer wieder, so viele Menschen kennen zu lernen, die so großartig und fähig sind.“ (Achim Rackel)

2015-zertifizierter-antigewalttrainerAuch im Jahr 2016 haben wir wieder eine Anzahl an Antigewalttrainer*innen, Deeskalations-Coaches und Konfliktmanager*innen als Trainer*innen qualifiziert und zertifiziert. Nach einem geschäftigen Ausbildungsjahr und nach einer überaus überzeugenden Unterweisung, kommen sie nun tatkräftig mit ihren neu aktivierten Potenzialen, ob privat oder beruflich, zum Einsatz.

 Kostenfreie Informationsworkshops

Sie möchten mehr über Ihre Menschenkenntnis auf der Basis von Mimik kennen lernen? Oder Ihre Position zu Gewalt näher eingrenzen und erfahren? Vielleicht möchten Sie auch erste Schritte ausprobieren, um mit Ihren Ärger umzugehen? Dann besuchen Sie uns zu unseren nächsten kostenfreien Info- Workshops.

In Dortmund: 02. Februar und 02. März 2017

In Köln: 13. Januar und 17. März 2017

Jeweils von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr

Lernen Sie ARA-COACHINGS in gemütlicher Runde bei Snacks und Getränken kennen. Sie sind herzlich eingeladen, mehr über unsere Seminare und Fortbildungen zu erfahren. Der Ausbildungsleiter Achim Rackel und sein Team stellen Ihnen das Konzept und das gesamte Gewaltfrei-Programm von ARA-COACHINGS in Form von kleinen Workshops vor.

Zur Erleichterung unserer Planung bitten wir um vorherige kurze Anmeldung unter 0221-2707 5747; mobil: 0157-5462 5907 oder per E-mail: info@ara-coachings.de

Early-Bird-Rabatt

Für die Ausbildung zum/zur Antigewalt-Trainer*in 2017-II, die am 29. April in Köln beginnt, bieten wir für alle Anmeldungen, die wir bis zum 28. Februar 2017 erhalten, einen Frühbucherrabatt von 150,00 Euro.

BLOG — Hier haben Sie die Möglichkeit einen eigenen Artikel zu schreiben. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

2016-agt-freude

„Feiern“* in der Fortbildung zum Anti-Gewalt- und Deeskalations-Trainer

Wann hast du dich das letzte Mal als Geschenk gefühlt?

Aus einem Seminar-Wochenende zurückkehrend, was vor ein paar Tagen stattfand, fühlte ich mich in einem besonderen Fluss von großer Freude. Obwohl es außergewöhnlich sommerlich heiß war und die Hitze allen, Teilnehmern wie mir als Trainer, sichtlich zusätzliche physische und mentale Anstrengung abverlangte, fanden wir uns zum Abschluss des Wochenendes in einem gemeinsamen Taumel von Gefühlen und erfüllten Bedürfnissen beschenkt wieder. Einklang, Gelassenheit, Leichtigkeit füllten den Raum. Aber was war es nun genau, was uns nach freudiger Anstrengung derartig beschenkte? Ich fragte mich: „Wer oder was war denn hier das Geschenk? Waren es die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, war ich es, war es das Thema?“

Dass liebende Paare das Gefühl teilen, dass jeder begehrt und jeder gewährt, ist nichts Neues und im Idealfall ist es ein Verhältnis aus Geben und Nehmen von Herzen. Aber lässt ein Verhältnis von Teilnehmern zum Trainer das zu? Nach Seminarende erinnerte ich mich an ein Zitat von Marshall Rosenberg: „ … das Geben und Nehmen ein Fluss zwischen mir und anderen ist und auf Einfühlsamkeit beruht“ und „ … dass die Freude am einfühlsamen Geben und Nehmen unserem natürlichen Wesen entspricht“.

Wir hatten u.a. an diesem Wochenende in Rollenspiel-Settings hochgradig eskalierte Gewaltsituationen bei Gefahr von Krisen deeskaliert und „labortechnisch“ gelöst und damit gewissermaßen die unmissverständliche „Flughöhe“ in der Jahres-Ausbildung zum Zertifizierten Anti-Gewalt- und Deeskalations-Trainer erreicht.

Diese Settings erfordern den Umgang mit entsprechendem Empathie-Vermögen, welches sich alle Teilnehmenden über den Zeitraum von 8 Wochenenden in der Fortbildung trainiert und  angeeignet hatten. Diese Empathie überträgt sich auf alle Beteiligte, denn in den Rollenspielen geht es um das Erleben von Selbstvertrauen und das Schaffen von Lebensenergie, um Begeisterung den eigenen Entdeckergeist aufzuspüren, Gestaltungslust, um Brückenbauerkunst für Vertrauen in Verbundenheit samt Eigenheit, und darum eigene und gemeinsame kreative, innovative Lösungen zu finden. Kreativität entdecken meint hier, die individuell erworbenen praktischen Fähigkeiten, Kenntnisse, Begabungen und Vorstellungen mit denen der anderen verschmelzen zu lassen. Eine entscheidende Voraussetzung zur Entwicklung dieser Kreativität ist das Transformieren der persönlichen Angst in Lebensenergie, welches wiederum der Belebung von wechselseitigem Vertrauen dienlich wird.

Das war es, was wir feierten! Wir feierten uns alle als Geschenk, mit den erzielten Ergebnissen unsere Bedürfnisse erfüllt zu haben!

Vielleicht regt Dich das an, Dich zu fragen, wann DU Dich das letzte Mal als Geschenk gefühlt hast?

Die oben beschriebenen, angehenden Antigewalt-, Deeskalations- und Konflikttrainer sind in der Endphase der Fortbildung, die im Oktober 2016 mit der Zertifizierung zum abschließt.  Danach werden sie  tatkräftig mit ihren Qualitäten und Handlungsfähigkeiten, ob privat oder beruflich, zur Gewaltfreiheit in der Gesellschaft beitragen. Ich danke Euch jetzt schon für Eure engagierte Teilhabe und wünsche nachhaltige Erfolge bei Eurer alltäglichen Gewaltfrei-Arbeit. Ein herzliches Willkommen im Club!

Achim Rackel

Ps.: * „Feiern“ nennen wir in der Gewaltfreien Kommunikation, „Gegebenheiten feiern, die Freude bereiten“. Das Aufeinandertreffen und Übereinstimmen von Bedürfnissen bei zwei oder mehreren Personen bereitet große Freude.

Wann haben Sie sich zuletzt als Geschenk gefühlt? Schreiben Sie uns.